„Beziehung braucht immer wieder neue Impulse“ – Interview mit Bischof Tamás Fabiny

„Beziehung braucht immer wieder neue Impulse“ – Interview mit Bischof Tamás Fabiny

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Bad Neustadt – Die bayernweite Aktion Fastenopfer 2014 wurde mit einem Festgottesdienst in der Christuskirche in Bad Neustadt eröffnet. Die Predigt hielt Bischof Tamás Fabiny, in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn zuständig für Auslandskontakte, Medien und Diakonie. Hier ein kurzes Interview mit ihm. Quelle: rhoenundsaalepost.de, Text: Karin Nerche-Wolf

Frage: Mit welchen Vorstellungen und Erwartungen sind Sie nach Bad Neustadt gekommen?

Fabiny: Wir haben eine relativ alte Beziehung zwischen Bayern und Ungarn, die braucht immer wieder neue Impulse. Seit über 20 Jahren gibt es Kontakte auf Gemeindeebene, im Bereich der Schulen, Kindergärten und der Diakonie, in dieser Region würden wir Ähnliches begrüßen. Für die Aktion Fastenopfer ist es besonders wichtig, dass sie Gesichter bekommt, dass wir uns vorstellen können, wer die Menschen sind, die uns finanziell unterstützen.

Frage: Gibt es etwas, das Sie Ihren deutschen Partnern besonders ans Herz legen möchten?

Fabiny: Unser Austausch bewegt sich auf Augenhöhe, wir teilen unsere Erfahrungen. Es wäre schön, wenn die bayerischen Partner neugierig wären auf unsere Aufarbeitung der kommunistischen Zeit, auf unsere kirchliche Situation mit ihren finanziellen und geistlichen Schwierigkeiten. Auf die säkulare Welt haben wir eine andere Antwort als das übrige Europa. Wir sind konservativ im guten Sinne. Unseren Umgang mit den Werten Familie, Ehe oder Mission können wir dem säkularen Deutschland zeigen.

Frage: Findet die Evangelisch-Lutherische Kirche in der ungarischen Gesellschaft Gehör?

Fabiny: In Ungarn ist die Evangelisch-Lutherische Kirche mit drei Prozent relativ klein (70 Prozent Katholiken, 15 Prozent Evangelisch-Reformierte). Aber wir sind weniger abhängig von der Regierung als die beiden anderen. Wir versuchen selbstständiger zu sein und nehmen eine eigene, kritische Position ein. Beispielsweise haben wir uns dagegen ausgesprochen, dass Obdachlose kriminalisiert werden sollen, ebenso haben wir den strengen Umgang mit den Medien kritisiert. Journalisten schätzen unsere Meinung. Damit wir sie vertreten können, sind unsere Auslandskontakte in der großen lutherischen Familie wichtig. Nicht umsonst bin ich Vizepräsident des Lutherischen Weltbunds.

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